Raumverträglichkeitsprüfung ist eingereicht – so geht es mit R4 weiter
So geht es mit R4 weiter
Seit der Bekanntgabe der Vorzugsvariante R4 im 15. Dialogforum am 24. November 2025 ist im Bahnprojekt Mannheim–Karlsruhe einiges in Bewegung. Wir möchten euch einen aktuellen Überblick über die nächsten Verfahrensschritte geben.
Raumverträglichkeitsprüfung ist eingereicht
Am 20. April 2026 hat die DB InfraGO AG den Antrag zur Raumverträglichkeitsprüfung (RVP) für das Bahnprojekt Mannheim–Karlsruhe beim Regierungspräsidium Karlsruhe eingereicht. Damit beginnt das offizielle Raumordnungsverfahren für den südlichen Abschnitt zwischen Mannheim-Alteichwald und Karlsruhe.
Für uns als Bürgerinitiative Plankstadt und das Bündnis „Pro Querspange“ ist das ein wichtiger Meilenstein: Mit dem Einreichen der Unterlagen wird verbindlich, dass die Trasse nicht mehr zwischen Plankstadt und Eppelheim verlaufen soll, sondern als Tunnel nordwestlich an Schwetzingen vorbeigeführt wird. Die Tunnelführung beginnt südlich des Schwetzinger Kasernengeländes von Friedrichsfeld kommend und tritt auf Ketscher Gemarkung wieder zutage.
Die eingereichten Unterlagen werden jetzt vom Regierungspräsidium geprüft. Anschließend folgt die Öffentlichkeitsbeteiligung.
Bürgerdialoge im April – jetzt informieren und einbringen
Parallel zum Verfahren bietet die DB aktuell Bürgerdialoge an. Im April sind noch Termine verfügbar. Wir empfehlen allen Interessierten, dieses Angebot zu nutzen, sich aus erster Hand zu informieren und eigene Fragen und Anliegen einzubringen.
Anmeldung direkt über: mannheim-karlsruhe.de/buergerdialog
Entscheidung für den Raum Mannheim verzögert sich
Für den Knoten Mannheim (Abschnitt Mannheim-Waldhof bis Rangierbahnhof) liegt bislang keine Vorzugsvariante vor. Grund: Die Veröffentlichung der Zugzahlenprognose 2040 Deutschlandtakt hat sich bis voraussichtlich Sommer 2026 verzögert. Erst mit diesen Zahlen kann die DB die Vorzugsvariante für den Raum Mannheim festlegen.
Die DB rechnet damit, im zweiten Halbjahr 2026 die Vorzugsvariante inklusive des Raums Mannheim bekanntzugeben.
Karlsruhe positioniert sich
Auch auf kommunaler Ebene wird das Projekt aktiv begleitet. Der Gemeinderat der Stadt Karlsruhe behandelt am 28. April 2026 eine interfraktionelle Resolution zur Vorzugsvariante R4. Kernpunkte:
- Grundsätzliche Anerkennung der Variante R4 entlang der A5
- Forderung nach einer durchgängigen Tunnellösung im Karlsruher Stadtgebiet statt der geplanten Trog-/Tunnel-Abfolge
- Verbindlicher Lärm- und Erschütterungsschutz – auch für die durch Mehrverkehr betroffenen Bestandsstrecken
- Klare Verknüpfung der Planungen mit der Strecke Karlsruhe–Basel
Die Stadt Karlsruhe wird ihre Stellungnahme im Rahmen des jetzt beginnenden Raumordnungsverfahrens entsprechend abgeben.
Was wir weiter im Blick behalten
Auch wenn R4 jetzt in das offizielle Verfahren eingebracht wurde, ist noch nichts endgültig entschieden. Wir bleiben deshalb dran – und haben folgende Punkte besonders im Blick:
- Lärmschutz entlang der Bestandsstrecken: Durch den zu erwartenden Mehrverkehr sind auch Kommunen an den bestehenden Gleisen (z. B. Hockenheim) stärker betroffen. Hier erwarten wir verbindliche Zusagen der DB.
- Tunnellösung bei Schwetzingen: Die konkrete Ausgestaltung des Tunnels muss im weiteren Verfahren raumverträglich ausgeplant werden.
- Knoten Mannheim: Die noch ausstehende Entscheidung für den Mannheimer Abschnitt werden wir aufmerksam verfolgen.
Wie geht es weiter?
- 20. April 2026: RVP-Unterlagen beim Regierungspräsidium Karlsruhe eingereicht ✓
- April 2026: Laufende Bürgerdialoge der DB – noch Termine verfügbar
- Sommer 2026: Veröffentlichung der Zugzahlenprognose 2040 Deutschlandtakt
- 2. Halbjahr 2026: Bekanntgabe der Vorzugsvariante inklusive Raum Mannheim
- Danach: Öffentlichkeitsbeteiligung im Raumordnungsverfahren
Wir halten euch auf dem Laufenden, sobald die RVP-Unterlagen öffentlich einsehbar sind und die Fristen für Stellungnahmen bekannt gegeben werden.
Quellen: Bahnprojekt Mannheim–Karlsruhe – Bürgerdialog · Regierungspräsidium Karlsruhe – Bahnprojekt · Stadt Schwetzingen auf Facebook · Karlsruher Liste – Interfraktionelle Resolution
Das Bündnis „Pro Querspange“
Gemeinsam sind wir stark
Diese Bürgerinitiative soll alle betroffenen Gemeinden vertreten, die durch den geplanten Neubau der Strecke zwischen Mannheim und Karlsruhe (u. a. die Gemeinden Plankstadt, Eppelheim, Oftersheim und Stadt Heidelberg) unzumutbarer Lärm- und Umweltbelastung ausgesetzt werden.
Bahntrasse Mannheim–Karlsruhe: Mit der Querspange gibt es
- Keine Zerschneidung unserer Gemeinden
- Keine Zerstörung der gewachsenen Ortsstrukturen
- Keine Vernichtung der Existenzgrundlage unserer Landwirtschaft
- Keine Zerstörung der Lebensräume von geschützten Tierarten und der Fauna
- Größtmöglicher Lärmschutz und mögliche Tunnellösungen müssen bereits jetzt berücksichtigt werden
- Neuer Lärmschutzmaßnahmen für Bestandstrasse (z. B. Hockenheim)
- Kein Eingriff in das Landesgartenschaugelände
So könnte unsere Zukunft in Plankstadt mit der Trasse R6 aussehen
An viel befahrenen Güterverkehrsstrecken erreicht der nächtliche Mittelungspegel Werte von bis zu 79 Dezibel. Um das Herzinfarktrisiko durch nächtlichen Lärm zu vermeiden, sollte der Schallpegel aber unter 55 Dezibel liegen. Streckenweise ist der nächtliche Lärmpegel an Schienenstrecken höher als der am Tage. Quelle: → Der Bund
Gesundheitliche Auswirkungen von Bahnlärm
→ Aktueller Stand in der wissenschaftlichen Literatur
Quelle: Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität des Landes Rheinland-Pfalz