Statement der Stadt Heidelberg und der Umlandkommunen zur geplanten Linienführung der DB Netz AG

Ausbau der Bahntrasse Mannheim – Karlsruhe zerschneidet gemeinsamen Landschaftsraum

Die Stadt Hei­del­berg und die Nach­bar­ge­meinden Plank­stadt, Eppel­heim, und Ofters­heim haben sich in einer gemein­samen Stel­lung­nahme gegen den Neubau einer zwei­spu­rigen Bahn­trasse durch den Land­schaft­raum im west­li­chen Bereich der Hei­del­berger Gemar­kung aus­ge­spro­chen. Sie rich­teten das Schreiben an den Ver­band Region Rhein‐Neckar (VRRN), der hier eine Ver­mitt­ler­rolle zwi­schen den Kom­munen und der Deut­schen Bahn AG ein­nimmt.

Hintergrund: Ausbau des Güterverkehrsnetzes zwischen Mannheim und Karlsruhe

Der Abschnitt Mannheim‐Karlsruhe ist Teil des ver­kehr­lich stark bela­steten Eisen­bahn­kor­ri­dors Rotterdam‐Genua. Die Deut­sche Bahn sieht den Bau von zwei zusätz­li­chen Gleisen zwi­schen Mann­heim und Karls­ruhe vor, um die Kapa­zität auf dieser Ver­bin­dung zu erhöhen.
Der­zeit werden durch die DB Netz AG ver­schie­dene Lini­en­kor­ri­dore und Strecken­seg­mente auf beiden Seiten des Rheins groß­zügig geprüft, bewertet und ent­wickelt. Einer der Lini­en­kor­ri­dore führt durch den Land­schafts­raum zwi­schen Heidelberg/Eppelheim im Osten und Plankstadt/Oftersheim im Westen.

Gründe gegen den Trassenverlauf

Der Land­schafts­raum zwi­schen den ein­zelnen Sied­lungs­be­rei­chen, der eine wich­tige Erho­lungs­funk­tion hat, würde nach Ansicht der vier Kom­munen durch eine neue Güter­bahn­trasse zer­schnitten. Es sprä­chen zudem meh­rere Gründe, wie der zu geringe Abstand zu Sied­lungs­flä­chen, Natur‐ und Denk­mal­schutz, Weg­fall von land­wirt­schaft­li­chen Nutz­flä­chen, beson­derer Schutz von Bio­top­ver­net­zungs­ge­bieten sowie die Ein­schrän­kung zukünf­tiger Pla­nungen wich­tiger Infra­struktur, dagegen. Bei­spiels­weise sind zwei Sied­lungs­be­reiche auf Hei­del­berger Gemar­kung weniger als 250 Meter von der geplanten Trasse ent­fernt, obwohl die Vor­gabe min­de­stens 250 Meter beträgt. Der denk­mal­ge­schützte Grenzhof würde durch die Trasse von den umlie­genden Flä­chen und der Land­schaft kom­plett abge­schnitten werden. Auch die süd­liche Ent­wick­lungs­fläche des PHV würde mit dem Ent­stehen dieser Trasse von allen Seiten abge­rie­gelt, was die attrak­tive Ent­wick­lung des neuen Stadt­teils massiv beein­träch­tigen würde. Zudem würde die Maß­nahme wich­tige Biotop‐ und Natur­schutz­ge­biete, die für gefähr­dete Vögel und Amphi­bien lebens­not­wendig sind, zer­schneiden.

Unter www​.mann​heim​-karls​ruhe​.de werden das Pro­jekt und die Pla­nungen dar­ge­stellt.

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